Viktor Ullmann und Rainer Maria Rilke auf alten Schwarzweiss-Fotos

„DIE WEISE VON LIEBE UND TOD DES CORNETS CHRISTOPH RILKE“

MUSIK-SALON AM SONNTAG: Viktor Ullmanns Konzert-Melodram für Sprecher und Klavier, eingebettet in Rilkes kontroverse Jugenderzählung

Im Rahmen des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Sonntag 11. Juli 17:00 Uhr

Mit Ralf Peter (Rezitation, Konzept) und Thomas Layes (Klavier)

Karten: 15,- Euro / 10,- Euro

Innerhalb einer Nacht schrieb der 23jährige Rilke, später einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne, die Geschehnisse um frühe Liebe und Tod des Fähnrichs Christoph Rilke im Türkenkrieg von 1663 nieder. 1912 als Nr. 1 in der berühmten Insel-Reihe veröffentlicht, fand sich der Bestseller bald als „Kultbuch“ in den Tornistern unzähliger deutscher Weltkriegssoldaten und wurde mit mehr als einer Million Exemplaren Rilkes erfolgreichste Buchveröffentlichung. In lyrisch-impressionistischem Ton vermittelt er Gefühle von Jugend und Lebenshunger, doch laviert das zeitlos-universelle Schicksal des jungen Protagonisten zwischen überzogenem Ehrgefühl, Verlust und Traurigkeit, Heldentod-Glorifizierung und der Sinnlosigkeit frühen Sterbens.

Pianist Thomas Layes und Sänger Ralf Peter beim Konzert
Thomas Layes und Ralf Peter, Foto: Clarissa Dahmen

Erstaunlich, dass der 1898 in Österreichisch-Schlesien geborene, jüdischstämmige Viktor Ullmann (Schüler von Schönberg und Zemlinsky sowie Träger hoch renommierter Kompositionspreise) die ideologisch fragwürdige Erzählung als Vorlage für eines seiner letzten Werke nahm. 1942 nach Theresienstadt deportiert, brachte er die „12 Stücke aus der Dichtung Rainer Maria Rilkes für Sprecher und Orchester oder Klavier“ am 28. 9. 1944 im Lager zur Uraufführung. Drei Wochen später starb er in Auschwitz-Birkenau im Gas.

Wie in der kurz zuvor im Ghetto entstandenen Oper „Der Kaiser von Atlantis“ setzt sich Ullmann auch in seinem letzten in Theresienstadt konzipierten Werk angesichts der Lebensrealität im KZ mit nichts weniger als den großen Themen von Kunst und Welt auseinander – mit der ästhetischen Frage zur Umwandlung eines vorgefundenen Stoffs in eine künstlerische Form und mit der ewig währenden ethischen Diskrepanz zwischen Geist und Materie.

Auf seine eigene Weise vertonte Ullmann zwölf Textausschnitte aus der „Weise des Rilke-Cornets“, nämlich als Konzert-Melodram, d. h. zur Klavierbegleitung gesprochen. Bei der Aufführung zum Jubiläum 2021 – „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ erklingen sie eingebettet in Rilkes vollständige, frühe Erzählung.

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