Pianist Thomas Layes und Sänger Ralf Peter beim Konzert

Foto: Clarissa Dahmen

MUSIK-SALON: Friedrich Gernsheim und Hermann Levi

Zwei jüdische Komponisten an der Saar

Romantische Lieder und Klaviermusik

Sonntag 10. Oktober 17:00 Uhr

Mit Ralf Peter (Tenor) und Thomas Layes (Klavier)

Karten: 15,- Euro / 10,- Euro

Eine Veranstaltung im Rahmen des Gedenkjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“
In Kooperation mit der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes (CJAS)

Im Oktober setzt der „Musik-Salon“ zwei bedeutende, wenn auch kaum noch beachtete Musikerpersönlichkeiten jüdischer Herkunft aufs Programm. Beide teilen auffällige Gemeinsamkeiten, wurden 1839 geboren und wirkten einige Zeit ihrer frühen Entwicklung um die 1860er Jahre in Saarbrücken, wo auch Kompositionen entstanden.

Friedrich Gernsheim (* 17. 7. 1839 in Worms; † 10. 9. 1916 in Berlin) war Pianist, Dirigent, Komponist und Musikpädagoge. Mit elf Jahren gab er bereits erste öffentliche Konzerte. Er studierte am Leipziger Konservatorium und lebte einige Jahre (1855 bis 1860) in Paris, wo er Gouvy, Lalo, Saint-Saëns und Rossini kennenlernte und den Tannhäuser-Skandal miterlebte. Von 1861 bis 1865 war er Leiter des Instrumental- und Gesangvereins Saarbrücken, ab 1863 auch des Männergesangvereins Eintracht Saarbrücken und St. Johann sowie des neugegründeten Theater- und Musikvereins Thalia. Im selben Jahr vermittelte er einen Klavierabend mit Clara Schumann, engagierte Max Bruch und übernahm 1864 auch die Leitung der Opern in der Kernerschen Theatergesellschaft. Danach führte ihn sein Weg u.a. nach Köln (Lehrer von Humperdinck), Rotterdam und Berlin, wo er als Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und des Sternschen Konservatoriums berufen wurde. Er pflegte eine enge Freundschaft zu Brahms und Bruch.
Im Musik-Salon erklingen Kompositionen aus seiner Saarbrücker Zeit: Präludien für Pianoforte op. 2 (gewidmet Henriette Gouvy geb. Böcking), Sechs Lieder für Singstimme mit Begleitung des Pianoforte op. 3 (auf Texte von Mirza Schaffy Wazeh, Eichendorff, Heine, Scheffel und Uhland).

Hermann Levi (* 7. 11. 1839 in Gießen; † 13. 5. 1900 in München) war Orchesterdirigent und Komponist, mit engen Verbindungen zunächst zu Brahms, später zu Wagner. Er galt als pianistisches Wunderkind und spielte ab dem Alter von sechs Jahren öffentliche Klavierkonzerte. Mit zwölf begann er ein musikalisches Studium bei Lachner und war 1855–58 (wie Gernsheim) am Leipziger Konservatorium, mit glänzenden Leistungen am Piano, in Komposition und Dirigieren. Nach einem Studienaufenthalt im Winter 1858/59 in Paris übernahm er den Posten des Musikdirektors in Saarbrücken. Sein weiterer Weg führte ihn nach Mannheim und Rotterdam, später leitete er u. a. die bedeutenden Hoforchester in Karlsruhe (Freundschaft mit Clara Schumann) und München. Auch dirigierte er als rechte Hand der Witwe Cosima Wagner für die Bayreuther Festspiele (1882–1894), insbesondere die Uraufführung des Parsifal. Der anhaltende Erfolg von Wagners Musik nach dessen Tod ist eng mit Levis Namen verknüpft. Antisemitische Anfeindungen – auch durch Richard Strauss, der sich 1891 über das jüdische Dirigat des heiligen Parsifal bei Cosima Wagner (ebenfalls glühende Antisemitin) beschwerte – belasteten ihn zeitlebens schwer.
Im Umfeld von Hermann Levis Saarbrücker Zeit entstanden 1861: Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte op. 2 (auf Texte von Heine, Chamisso, Immermann, Böttger und Eichendorff)

Das Konzert gilt der Erinnerung an zwei herausragende jüdische Komponisten mit Saar-Bezug!

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