Foto: Henrik Bollmann

MUSIK-SALON: Exilkomponisten

„Unterhaltsames“ von Schönberg, Eisler und Weill

Sonntag 14. November 17:00 Uhr AUSVERKAUFT

Achtung: Das Konzert findet „über’n Hof“ in der Musikschule der Landeshauptstadt Saarbrücken statt!

Mit Elizabeth Wiles (Sopran) und Thomas Layes (Klavier)

Karten: 15,- / 10,-Euro

Eine Veranstaltung im Rahmen des Gedenkjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ in Kooperation mit der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes (CJAS)

Der sechste „Musik-Salon am Sonntag“ ehrt im November drei große jüdische Tonkünstler, deren Schicksale durch die politischen Wirren des 20. Jahrhunderts tief geprägt wurden: Arnold Schönberg, Hanns Eisler und Kurt Weill.

Obgleich Komponisten von Weltruf, waren sie sowohl als verfemte Künstler als auch wegen ihrer jüdischen Herkunft gezwungen, Deutschland zu verlassen. Auf unterschiedlichen Wegen fanden sie alle Asyl in den USA, wo sie weiterhin produktiv waren. Schönberg und Weill wurden eingebürgert, Eisler ging, in der McCarthy-Ära verfolgt und ausgewiesen, zurück nach Europa.

Arnold Schönberg (*1874 Wien, †1951 Los Angeles), Komponist, Musiktheoretiker, Kompositionslehrer, Maler, Dichter und Erfinder, gilt zusammen mit Igor Strawinsky als einer der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und war nicht zuletzt wegen der Zwölfton-Technik die zentrale Gestalt der „Zweiten Wiener Schule“. In jungen Jahren verfasste er für das Berliner literarische Kabarett „Überbrettl“ die unterhaltsamen, frech-koketten „Brettl-Lieder“.

Sein Lieblingsschüler Hanns Eisler (*1898 Leipzig, †1962 Ost-Berlin) hinterließ neben Klavier-, Kammermusik- und Orchesterwerken unzählige Bühnen- und Filmmusiken (mehrere Oscar-Nominierungen) und über 500 Lieder. Mit seinem politisch und künstlerisch engsten Weggefährten Bertolt Brecht verfasste er im kalifornischen Exil die „Hollywood-Elegien“, Reflexionen über die Situation des Künstlers in der Filmindustrie, die Kunst zur kapitalistischen Ware degradiert.

Auch Kurt Weill (*1900 Dessau, †1950 New York) wurde durch die Zusammenarbeit mit Brecht schlagartig berühmt. In avantgardistischer Musiksprache assimilierte er Musik der Länder seiner Lebensstationen Deutschland und im Exil Frankreich und USA, so z.B. in der „Dreigroschenoper“, im berühmten französischen „Youkali“-Tango oder in Jazz-Standards wie „Speak Low“ und „September Song“, die aus seinen sehr erfolgreichen Broadway-Musicals hervorgingen.

Die US-Sopranistin Elizabeth Wiles hat sich, nicht nur am Saarländischen Staatstheater, seit vielen Jahren buchstäblich in die Herzen der deutschen Hörer gesungen. Umso mehr ist ihr die Interpretation deutsch-jüdischer Komponisten, welche in ihrer Heimat Exil fanden, eine Herzensangelegenheit, vor allem auch wegen deren weniger beachteten, unterhaltsamen Facetten.

Auch Thomas Layes hat als Pianist und Lied-Begleiter ein großes Faible für die Einflüsse der Unterhaltungs-Muse und des Jazz in die Moderne Musik des frühen 20. Jahrhunderts, wie sie in Klavierstücken der ausgewählten Exilkomponisten ebenfalls durchscheinen.


    DIESE VORSTELLUNG IST LEIDER BEREITS AUSVERKAUFT!