Grafik: Klaus Harth

GRUFTWÄCHTER

Ein Bühnenprojekt zu Kafkas einzigem Dramentext

PREMIERE Freitag 25. März 19:30 Uhr
Samstag 26. März 19:30 Uhr
Mittwoch 30. März 19:30 Uhr
Donnerstag 31. März 19:30 Uhr

Rezitation, Regie: Ralf Peter
Komposition: Daniel Osorio
Grafik: Klaus Harth
Video-Technik: Michael Loch

Karten: 15,- Euro / 10,- Euro

Ein Dramentext, Der Gruftwächter, schlummert wenig beachtet zwischen Franz Kafkas großen Prosa-Werken. Obwohl „der unverheiratete Mann, unser Lehrer und Meister Anschel,“ wie seine hebräische Grabinschrift Kafka nennt, als Weltliterat der Moderne neben Joyce und Rilke steht.
Franz Kafka, 1883 geboren, leidenschaftlicher Schwimmer und Motorrad-Narr, wandte sich schon mit sechzehn dem Sozialismus zu, studierte Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte und trat zunächst mit ausdrucksstarken Zeichnungen denn mit Texten hervor. Schließlich legte er eine juristische Promotion ab, um als Versicherungsangestellter tagsüber sein Brot zu verdienen und nachts im Verborgenen zu schreiben. Lebenslang haderte er mit dem eigenen, wenig publizierten Werk. Als er 1924 an unheilbarer Tuberkulose in Folge der Spanischen Grippe starb (sie hatte ihm nach und nach auch das Sprechvermögen geraubt), missachtete der Freund und Nachlassverwalter Max Brod sein ausdrückliches Verbot weiterer Veröffentlichungen.
In dem erst posthum erschienenen (von Brod Der Gruftwächter betitelten) Text von 1916/17 geht es um sinistre Machtverhältnisse am Hof eines zaudernden Fürsten, um reale und irrationale Kräfte. Shakespeares Hamlet ähnelnd, worin zwei Wächter die nächtliche Geistererscheinung des früheren Königs erleben, entstand Kafkas Dramentext zur Zeit des Tods Kaiser Franz Josephs I. nach dessen 68-jähriger Regentschaft, dem mit Karl I. eine politisch schwache Figur nachfolgte.
Die szenische Gruftwächter-Umsetzung integriert Kafkas zeitnahe Prosaskizzen in ein frei gestaltetes (Corona-taugliches) Bühnengeschehen, um das typisch kafkaeske Stück zu enträtseln. Denn es behandelt ein politisch instabiles System, in welchem sich die Figuren nur zögernd bewegen und Themen und Aktionen in rätselhafter Schwebe ohne greifbaren Abschluss verharren. Doch lässt Kafkas Sprachkunst so etwas wie einen inneren Dialog multipler, widerstreitender Stimmen entstehen, in dem die Worte eher zu agieren scheinen als die Figuren selbst.
Die neuere Literaturforschung (Kruschwitz, Bost) stellt das Kafka-Fragment in den Kontext zeitlich benachbarter Skizzen und zieht daraus eine biographisch-poetologisch motivierte Interpretation: Kafka, dessen Lebensweg eine Abfolge immer wieder gelöster Verlobungen säumte, behandle verschlüsselt den für ihn unlösbaren Konflikt zwischen erwartetem Ehestand und seiner damit schwer zu vereinbarenden kreativ-dichterischen Freiheit; dadurch dass er – das einzige Mal überhaupt! – den deskriptiven Modus (Epik) verlasse und durch den agierenden (Dramatik) ersetze, mache er sich buchstäblich selbst Mut, zum Handelnden zu werden, um den quälenden persönlichen Schritt zu tun. (So verleiht er dem Gattungsbegriff „handelnder“ Dramatik eine originelle Facette.)
Die Inszenierung sucht einen utopischen „Un-Ort“ zwischen Hör-, Seh- und Aktionsraum auf. Mittels Klangereignissen und Zuspielungen und von Kafkas eigenen Zeichnungen inspirierten Projektionen kommen die schemenhaft fassbaren Wort-Gestalten, kommt Kafkas „Text-Körper“ nach und nach als das eigentlich Agierende zum Vorschein. – So werden  poetologisch wie biographisch wenig beachtete Facetten des Weltliteraten in ein neues (Bühnen-) Licht gerückt.

Dieses Projekt wird freundlich unterstützt durch die Stadt Saarbrücken und das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes

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