Astrid Hensler, Thomas Layes / Fotos: privat

Musik-Salon: WOLFGANG RIHM ZUM 70.

Hommage an einen der wichtigsten Liederkomponisten unserer Zeit

Sonntag 08. Mai 17:00 Uhr

Mit Astrid Hensler (Sopran) und Thomas Layes (Klavier)

Karten: 15,- Euro / 10,- Euro

Es wäre zu schön gewesen: Wir hatten uns sehr darauf gefreut, Wolfgang Rihm – auf den Tag genau zu seinem 70. Geburtstag – mit einem Konzert im „Musik-Salon am Sonntag“ in Saarbrücken ehren zu können. Doch daraus wurde am 13. März leider aufgrund einer Erkrankung von Astrid Hensler nichts. Kurzerhand wurde der 08. Mai als neuer Termin festgeklopft. Et voilà!

Wolfgang Rihm wurde 1952 in Karlsruhe geboren, wo er heute noch lebt. Mit über 500 Werken ist er der vielleicht bedeutendste, produktivste und weltweit meistgespielte Komponist zeitgenössischer Musik. Wie seine Vorbilder Hans Werner Henze, Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono stellt Rihm das subjektive Ausdrucksbedürfnis in den Mittelpunkt seiner Ästhetik. Es sind vor allem literarische Texte, wie etwa Paul Celans Lyrik, Friedrich Nietzsches Philosophie oder die Theater-Schriften von Antonin Artaud und Heiner Müller, die ihm wichtige Impulse vermittelten.

Wolfgang Rihm gilt als einer der wichtigsten Liederkomponisten unserer Zeit. Seine Brentano-Phantasie (Sieben Gedichte von Clemens Brentano) für hohe Stimme und Klavier, wurde 2002 von Christine Schäfer und Irwin Gage uraufgeführt. Dazu erläuterte Rihm: Brentano habe seine Gedichte meist nicht betitelt, d. h. er habe ihnen „keine ausgestellten, abgrenzenden Namen“ gegeben,  und so scheinen sie – „tieferliegenden Zusammenhängen entstammend und nur in Ansätzen ortbar“ – „auf einer Grundschwankung zu treiben“. Dadurch könnten aber die „Bild- und Wortfindungen augenblicklich neue Verbindungen eingehen“. Rihm spricht hier von „musikalischer Chemie“, und dass „die Bewegung der Phantasie, von diesem Dichter [Brentano] als Figur verdichtet, das Bewegungspotential, das Motiv“ seiner Komposition sei. Die „durchweg melodisch geformte Deklamation“ geschehe auf einer „unablässig changierenden Harmonik-Grundierung“. Diese könne „wie die poetischen Felder um Begriffe und Bilder, als Ladung und Klima aufgefasst werden; nur momentan greifbar, im Ganzen: Schwebend schattenhafter Schein.“ Das Lied singe „sehr leise, sehr gebunden“ vom Lied und sei somit „dessen Versuch“. Dieses melodische Deklamieren („ja, ein Widerspruch“), sei „ein Gratwandern auf der Wasseroberfläche!“ (Zitiert aus Rihms Werkeinführung).
Erstaunlich an Rihms Brentano-Phantasie ist ihre Klanglichkeit, die bei aller Modernität immer wieder so etwas wie einen „romantischen“ Grundton aufkommen lässt, der eine ganz eigene Sinnlichkeit und Intimität bei der Textwahrnehmung erzeugt.

Der Pianist Thomas Layes hatte die seltene Gelegenheit, einen Meisterkurs Wolfgang Rihms zu dessen Gesangskompositionen am Klavier begleiten zu dürfen, und war somit hautnah am „ästhetischen Puls“ des Komponisten. Aus dieser Erfahrung schöpfend arbeitet Layes schon länger mit Astrid Hensler zusammen. Mit ihr hat der „Musik-Salon“ eine Sopranistin zu Gast, die es versteht, Rihms musikalisch wie stimmlich äußerst anspruchsvolle Partitur auf herausragende Art zum Klingen (und Sprechen) zu bringen.

Neben Rihms Brentano-Liederzyklus erklingen im „Musik-Salon“ noch weitere Klavierstücke:
Auf einem anderen Blatt (2000), Pierre Boulez zum 75. Geburtstag gewidmet, Zwei kleine Schwingungen (2005) und Wortlos (2007), Peter Sloterdijk zum 60. Geburtstag gewidmet.

„Ich habe die Vorstellung eines großen Musikblocks, der in mir ist. Jede Komposition ist zugleich ein Teil von ihm, als auch eine in ihn gemeißelte Physiognomie.“

(W. R., 1998)

    Kartenreservierung

    Mit Sternchen* markierte Felder sind Pflichtfelder


    Normalpreis
    Karte(n)* à 15 Euro

    ermäßigt
    Karte(n)* à 10 Euro
    Ermäßigungsberechtigt sind Schüler*Innen, Student*Innen, Auszubildende, Schwerbehinderte und Erwerbslose


    Bitte überprüfen Sie, ob Ihre E-Mailadresse korrekt ist. Sie erhalten unmittelbar nach der Bestellung eine Reservierungsbestätigung per E-Mail.