Quelle: Wikimedia

Musik-Salon: УКРАЇНА / UKRAINE

Mykola Lyssenko – „Vater der ukrainischen Musik“

Sonntag 12. Juni 17:00 Uhr

Mit Ralf Peter (Tenor) und Marina Kavtaradze (Klavier)

Karten: 15,- Euro / 10,- Euro

Aus aktuellem Anlass setzt der Musik-Salon im Juni kurzfristig einen der bedeutendsten, aber hierzulande wenig bekannten ukrainischen Komponisten aufs Programm: Mykola Lyssenko.

Sie alle entwickelten einen eigenen musikalischen Nationalstil und errangen so weltweite Bekanntheit: Edvard Grieg für Norwegen, Antonín Dvořák für Tschechien oder Jean Sibelius für Finnland. Ein solcher Ruhm blieb dem Ukrainer Mykola Lyssenko versagt, obwohl er sich wie kein anderer um die Musikkultur seines Landes verdient gemacht hat.

Mykola Lyssenko (1842–1912), Komponist, Pianist, Dirigent und Musikethnograph, gilt als Begründer der ukrainischen Komponistenschule. Seine offen deklarierte Anhänglichkeit zur ukrainischen Kultur brachte ihm im Zarenreich häufig Schikanen. Nach der Biologie-Promotion in Kiew befasste er sich wissenschaftlich mit der Volksmusik ukrainischer Wandermusikanten und blinder Barden (Kobsare) sowie mit ukrainischen Musikinstrumenten und sammelte und bearbeitete an die 500 ukrainische Volkslieder. Er studierte Komposition in Leipzig und bei Rimski-Korsakow in St. Petersburg, schrieb Opern, Symphonik, Kammer- und von Chopin beeinflusste Klavier-Musik sowie Lieder, u. a. auf ins Ukrainische übertragene Texte von Heinrich Heine oder von ukrainischen Dichtern, allen voran der verfolgte Nationalpoet Taras Schewtschenko, aus dessen Gedichtsammlung „Kobsar“ er insgesamt 82 Texte vertonte. Berühmt waren seine „Chortreffen“, die er als Dirigent auf Reisen durch die Ukraine veranstaltete. Damals wie heute stellte Lyssenko eine Identifikationsfigur für die ukrainische Bevölkerung dar – als einer der wichtigsten Komponisten im Einsatz für die Unabhängigkeit ukrainischer Musik und Sprache.

Im Musik-Salon präsentiert die georgische Pianistin Marina Kavtaradze Klaviermusik von Mykola Lyssenko sowie, gemeinsam mit Tenor Ralf Peter, Ausschnitte aus seiner Nationaloper „Taras Bulba“ (1880/91) nach einer Erzählung des ebenfalls der Ukraine entstammenden Nikolai Gogol. Die Oper spielt um 1640 im Befreiungskrieg ukrainischer Kosaken gegen die Besatzung durch Polen-Litauen. Eine Aufführung in Moskau durch Initiative Peter Tschaikowskis wurde auf staatlichen Erlass hin verboten, denn Lyssenko bestand auf die Originalversion in der im Zarenreich verbotenen ukrainischen Sprache. So konnte die Uraufführung erst 1927 in Kiew stattfinden – 15 Jahre nach dem Tod des Komponisten.

Die Pianistin Marina Kavtaradze (Klavier), geboren in Tbilissi/Georgien, erhielt schon als Kind Klavierunterricht und studierte Solo-Klavier am Tbilisser Staatskonservatorium. Die Solistin an der Staatsphilharmonie Tbilissi lehrte auch am Kolleg für Darstellende Kunst und war Konzertmeisterin am staatlichen Lehrstuhl für Opernausbildung in Tbilissi. Sie nahm an der Musikhochschule des Saarlandes ein Kontaktstudium im Fach Orgel auf, lebt seit 2008 im Saarland und ist als Korrepetitorin, freie Konzertpianistin und Organistin tätig.

Der „Musik-Salon am Sonntag“ wird freundlich unterstützt durch die Landeshauptstadt Saarbrücken.

    Kartenreservierung

    Mit Sternchen* markierte Felder sind Pflichtfelder


    Normalpreis
    Karte(n)* à 15 Euro

    ermäßigt
    Karte(n)* à 10 Euro
    Ermäßigungsberechtigt sind Schüler*Innen, Student*Innen, Auszubildende, Schwerbehinderte und Erwerbslose


    Bitte überprüfen Sie, ob Ihre E-Mailadresse korrekt ist. Sie erhalten unmittelbar nach der Bestellung eine Reservierungsbestätigung per E-Mail.