Mai 2026
„Hier oben wohnt das Glück“
Wie frei sind Frauen?


Was bedeutet „Glück“ für eine junge Frau des 18. Jahrhunderts im Vergleich zu jungen Frauen von heute? Hatte es denselben Stellenwert? Das Stück „Hier oben wohnt das Glück“ stellt die Lebenswirklichkeit junger Mädchen damals und heute einander gegenüber. Die Sophie aus der Gegenwart wird in die Vergangenheit versetzt und trifft dort auf eine Sophie, deren Leben vollkommen anders war. Dennoch haben beide mit nur scheinbar unterschiedlichen Herausforderungen, Konflikten sowie generationenüberdauernden repressiven Frauenbildern zu kämpfen.
Grundlage der Geschichte ist ein Bühnenspiel von Lorenz Hippe, entstanden aus einem Schreibworkshop mit Jugendlichen. Die zwölf Teenager der Elmar-Jugendgruppe haben diese Geschichte genommen und mit einigen Modernisierungen und selbst komponierten Songs neu inszeniert. Rund ein Jahr beschäftigten sich die jungen Darstellerinnen und ein Darsteller zwischen 14 und 18 Jahren mit dem Leben von Sophie von La Roche sowie den Lebenswirklichkeiten junger Frauen von heute.
Im Offenbacher Haus der Stadtgeschichte ließ sich die Gruppe über das Leben der heute relativ unbekannten Sophie von La Roche, die lange in Offenbach lebte, berichten. Zu ihrer Zeit verkehrte von La Roche mit den großen Namen der zeitgenössischen Literatur wie C. M. Wieland, Basedow, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe. Sie gilt als eine der ersten finanziell unabhängigen Autorinnen in Deutschland, war Herausgeberin einer Frauenzeitschrift und verarbeitete in ihren Romanen einige autobiographische Konflikte.
So hat einerseits die historische Sophie aus dem Stück mit dem Tod der Mutter zu kämpfen und darf nicht den Mann heiraten, den sie liebt. Stattdessen wird sie in eine Ehe gedrängt, die der Familie gesellschaftliche Vorteile verschafft. Andererseits verheddert sich eine moderne Sophie in einem Geflecht von fragwürdigen Rollenbildern, Mobbing und Mode sowie patriarchalen Ehrgeiz und profaner Profitgier. Es bleibt beiden die Frage, was bedeutet für mich Glück – und was bin ich bereit, dafür zu ertragen und dafür aufzugeben.
„Woher kommt die Angst, wenn ich eigentlich glücklich sein will, aber dann doch vor dem Ereignis Angst habe?“; „Macht Liebe glücklich?“; „Wieso wollen wir Glück erzwingen…?“ – Um diesen und weiteren universellen Fragen nachzugehen, verzichtet die Gruppe auf feste Rollen. Jede und jeder schlüpft mindestens einmal in die Rolle der Sophie. Gedanken und Konflikte werden von einem Chor – wie im Theater der griechischen Antike – begleitet.
Kostüme und Bühnenbilder werden bewusst minimalistisch gehalten, so unterscheiden sich beide Sophies nur durch eine Haube und einen modernen Haarreif. Leah Stahl, eine der jungen Darstellerinnen, hat aus den Textstücken eigene Songtexte mit Gitarrenbegleitung komponiert, die in die Inszenierung einfließen. Regie führte die Gruppe gemeinsam.
MITWIRKENDE
Jugendgruppe des Theaterclubs ELMAR e.V.
www.theaterclub-elmar.de
Aufführungsrechte: Deutscher Theaterverlag, Weinheim
Autor: Lorenz Hippe; Entstanden ist dieses Stück 2018 aus Schreibworkshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach Motiven des Romans „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ von Sophie von La Roche, im Auftrag der Christoph-Martin-Wieland-Stiftung Biberach.
Spieldauer: ca. 70 Minuten, zzgl. einer Pause
Triggerwarnung: Im Theaterstück werden sensible Inhalte behandelt. Es geht um Themen wie Mobbing, Ausgrenzung und Gewalt
Sonntag 03. Mai 17:00 Uhr
KARTEN
Normalpreis: 15,– Euro
Ermäßigt: 10,– Euro*
Kinder bis 12 Jahre: 6,50 Euro
Inhaber der SozialCard zahlen nur die Hälfte vom Normalpreis, wenn noch Plätze frei sind.
*Berechtigte siehe „Karten” im Hauptmenü