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November 2026

Ciervo inútil o la naturaleza desmedida

Stupid deer or nature unbound

Ein Stück im Rahmen des Theaterprojekts La Posdramática

© o. A.
© o. A.

„Etwas ist faul im Staate Dänemark.“ Der berühmte Satz aus William Shakespeares Hamlet zieht sich wie ein Verdacht durch die Jahrhunderte: Wenn im Herzen der Macht etwas verfault, erreicht der Geruch früher oder später alle Bereiche des Lebens. Was passiert, wenn Dänemark nicht mehr Dänemark ist? Wo befindet sich heute das, was schlecht riecht?

Im Jahr 2022 tötete ein Hirsch, der in den weitläufigen Gärten der Präsidentenresidenz von Paraguay lebte, einen Soldaten der Präsidentengarde. Die Nachricht ging als merkwürdiger Polizeifall durch die Medien, beinahe wie eine absurde Anekdote. Für David Amado, paraguayischen Theaterregisseur und Bühnenkünstler, und Laura Camus, chilenische Audiologin und DJ, wird dieses Tier jedoch zu etwas anderem: zu einem politischen Wesen. Zu einem Körper, der – aus Zufall oder aus Wut – in das Herz der Macht eindringt.

Von Berlin aus rekonstruieren zwei lateinamerikanische Künstler diesen Fall anhand von Pressearchiven, Fotografien, Klängen und Berichten. Wollte der Hirsch uns etwas sagen? War sein Angriff ein Zeichen? Eine Geste der Natur gegen die Macht? Oder vielleicht der völlig unbeabsichtigte Beginn einer neuen Revolution?

Während in Deutschland erneut über den Vormarsch der extremen Rechten und das Erstarken der AfD diskutiert wird, fragt das Stück, was geschehen könnte, wenn sich gesellschaftliche Wut immer weiter aufstaut. Was passiert, wenn Gewalt zum Alltag wird und politische Macht beginnt, Angst, Ressentiment und Ausgrenzung zu organisieren?
Auf der Bühne erproben die beiden unterschiedliche Möglichkeiten, den Hirsch erscheinen zu lassen. Sie recherchieren ihn, stellen ihn dar, hören ihm zu und verwandeln ihn in Bild, Klang und Körper. Und während sie versuchen, seine Geschichte zu erzählen, stoßen sie auf eine weitere Frage: Was kann Kunst einer Realität entgegensetzen, die selbst schon wie eine politische Fiktion erscheint?

Joseph Beuys und seine Idee der „Sozialen Plastik“ tauchen ebenso auf wie die Situationistische Internationale, direkte Aktionen und die Auseinandersetzungen um Kunst als Werkzeug gesellschaftlicher Veränderung. David und Laura stellen dabei auch ihre eigenen Überzeugungen auf die Probe: Bringt es überhaupt etwas, politische Kunst zu machen? Kann ein Kunstwerk eine reale Handlung hervorbringen? Kann eine Geste auf der Bühne eine Wirklichkeit außerhalb des Theaters verändern? Oder verwandelt die Kunst am Ende sogar die Wut in ein Erlebnis, das lediglich betrachtet wird?

Stupid deer or nature unbound ist eine politische Fabel über ein Tier, das vielleicht eine Revolution machen wollte, über zwei Künstler, die versuchen, es zu verstehen, und über eine Welt, in der es zunehmend schwieriger wird, zwischen Natur, Gewalt und Politik zu unterscheiden.

In spanischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

MITWIRKENDE
Theaterprojekt La Posdramática

Donnerstag 26. November 19:30 Uhr

Freitag 27. November 19:30 Uhr
Samstag 28. Novemner 19:30 Uhr

KARTEN
Normalpreis: 15,– Euro
Ermäßigt: 10,– Euro*
Kinder bis 12 Jahre: 6,50 Euro

*Berechtigte siehe „Karten” im Hauptmenü

Reservierung

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